LES TROIS TETONS – A PACK OF LIES

Beginnend mit dem frischen Rocksong Disappear zeigt das Quintett erfrischenden Rock ‘n’ Roll in all seinen Facetten. Mitreißende Dynamik, ein zum Tanzen einladender Groove und die unüberhörbare Spielfreude lassen den Funken auf Anhieb überspringen. Les Trois Tetons spielen nicht auf Halten, sondern auf Sieg: Sie sind eine nicht versiegende Quelle von Melodien, die dem Zuhörer noch lange als Ohrwurm erhalten bleiben. Die Lieder sind allesamt mit Hingabe arrangiert, sie strotzen vor Phantasie und rhythmischen Variationen. Und alle elf Songs bilden eine schöne Geschichtensammlung, die sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügt.

Leider ist der Spaß nach 37 Minuten schon vorbei. Man kann sich jedoch leicht Abhilfe schaffen und die Wiedergabe einfach erneut starten. A Pack Of Lies ist ein Album, das viel zu schade dafür ist, nur im Hintergrund gehört zu werden. Die Ideendichte verlangt geradezu die Aufmerksamkeit des Zuhörers und belohnt diese prompt durch reinsten Hörgenuß. Auch nach mehrmaligem Hören findet man immer noch neue Aspekte.

Fetzig-rockig geht es nicht nur in Disappear her, das uns an vorletzter Stelle noch einmal in einer Unpluggedversion begegnet, sondern auch im klassischen Bluesrocker Spy. Runaway vereint einen treibenden Beat mit einer locker-verspielten Gitarre und einer aufregenden Baßlinie im Mittelteil. Es entfacht genauso eine spannende Atmosphäre wie Thirteen Feet Under The Ground, das zunächst ganz leise mit einer gezupften Konzertgitarre beginnt und nach und nach seinen endgültigen Schwung erreicht. Durch die Hereinnahme des Saxophons erscheint Cherry Red mit der jazzigen Anmut einer Filmmusik für Krimis. Can’t Be Trusted rundet das Werk in ruhiger Gute Nacht-Manier ab.

A Pack Of Lies mag nur ein geballter Haufen Lügen sein; er gehört aber zu den überzeugendsten Rockscheiben, die ich in letzter Zeit gehört habe. Das hier ist handgemachte Musik, die sich wohltuend vom üblichen Malen-nach-Zahlen abhebt. Und das ist die Wahrheit.

Frank Domnowski