Der erste Song, Berlin 1987, weist in gewisser Weise erstaunliche Parallelen zu seinem Kollegen Disappear vom Vorgängeralbum auf: Wieder wird der Hörer mit einer schwungvollen Nummer dazu eingeladen, am Ball zu bleiben und sich das ganze Album anzuhören. Wieder sprudelte der Ideenreichtum über, so dass nach zwei Minuten eine melodiöse Brücke eingebaut wurde, die definitionsgemäß einen kleinen Bruch im Musikstück bedeutet und sich dennoch harmonisch einfügt. Das ist Kunst. Der Hörer wird darüber hinaus von den ersten deutschen Zeilen der Tetons überrascht sein. “Hast du keine Angst vor deinen Träumen?” heißt es in dem Lied, das eine Liebesbeziehung im Zeichen des Eisernen Vorhangs thematisiert.

Nightlife besticht durch einen verträumt-verzerrten Gesang in Kombination mit Barbons punktgenauer Leadgitarre und dem Wechsel zwischen zurückgenommener und intensiverer Instrumentalisierung. Beim anschließenden The Invisible Third Man erfolgt der Gesang durch ein Mundharmonika-Mikrophon, das an den Klang uralter Grammophone erinnert; zusammen mit dem stampfenden Rhythmus wird Tom Waits als eine Inspirationsquelle der Band deutlich. Und der Abschluss, A Shot Of Air, liefert einen handfesten Ohrwurm, den man noch lange, nachdem der letzte Klang der CD verflogen ist, mit sich herumträgt.

Der Grundtenor von “Dangereyes” ist nicht aggressiv, aber spannungsgeladen. Es werden Geschichten erzählt über geisterhafte Erscheinungen, Nachtleben, nahende Gefahren, unbekannte Dritte und trügerische Spiegelbilder. Die Gitarren geben verstärkt rhythmische Akzente. Die Musik des ligurischen Quartetts funktioniert einfach. Die Struktur der Tracks ist eigentlich simpel gehalten, dafür mit viel Liebe zum Detail versehen. Die Tetons spielen ihren frischen Boogie-Bluesrock mit Gitarren und Mundharmonika flüssig, kompakt, nicht überdreht; sie lassen es dabei einfach und locker aussehen. Wie bei “A Pack Of Lies” ist es mir praktisch nicht möglich, einzelne Höhepunkte oder Tiefpunkte zu entdecken. Die Platten sind ein Gesamtkunstwerk, die für mich am besten zur Geltung kommen, wenn ich sie komplett und an einem Stück durchhöre.